Wappen des Saale-Holzland-Kreises
KEMENATE REINSTÄDT
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Historie

Grundriss

1085 - nennen sich erstmals Adelige nach dem Ort Reinstädt. Es lässt sich aber kein Nachweis erbringen, ob sie sich nach dem hier zu betrachtenden Ort benennen oder nach einem Ort gleichen Namens. Es existiert aber eine Sage über eine Bauernrevolte in Reinstädt, die sich gegen die Eintreibung des Kirchenzehnten wehrt. Hintergrund der Sage könnten die Adelsaufstände aus der Zeit Kaiser Heinrich IV. sein, die sich in Thüringen ereigneten.

1217 und 1227 wird ein sicher Reinstädt zuzuordnender Ministeriale Albert von Rinistede als Zeuge in Orlamünde erwähnt. Seine Familie waren Dienstmannen der Grafen von Orlamünde. Möglicherweise sind auf dem Grundstück befindliche, archäologisch ergrabene Fundamente eines quadratischen Baus und ein Grabenabschnitt aus dem 13. Jh. Reste des Ministerialensitzes. 1396 wurde letztmalig ein Herr von Rinstete als Gerichtsbeisitzer genannt. danach verliert sich die Spur der Familie im Dunkel der Geschichte.

1348 wurden die Herren von der Flanß vom Markgrafen von Meißen mit der Herrschaft belehnt. Heinrich von der Flanß veranlasste 1408 den Bau der Kemenate. Er geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Demzufolge verzögerte sich die Fertigstellung des Baus.

In den 30er und 40er Jahren des 15. Jh. gelangte die Herrschaft nach mehreren Zwischenbesitzern an die Herren von der Pforten. Heinrich von der Pforten ließ nach 1448 die Anlage instand setzen bzw. fertig stellen. Er beklagte sich über den schlechten Bauzustand der Kemenate. Es liegt nahe, dass das Bauensemble im Sächsischen Bruderkrieg (1446-1451) beschädigt wurde. In der fraglichen Zeit war Apel von Vitzthum Eigentümer Reinstädts. Er gilt als ränkevoller intriganter Berater Herzog Wilhelm III. und eigentlicher Initiator des Krieges. Heute noch sichtbare Hinweise auf die einstige Wehrhaftigkeit sind die im Dachgeschoss erkennbaren Zinnen. Über weitere Befestigungsbauten gibt es zur Zeit noch keine Erkenntnisse.

Spätestens im 16. Jh. hatte die Kemenate ihre militärische Funktion verloren und dient e als Verwaltungs- und Wohngebäude.

Quellen: Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Thüringen. Berlin, 1998 / Hans Patze (Hrsg.) - Handbuch der historischen Stätten Deutschlands, Thüringen. Stuttgart, 1989 / Hans-Joachim Petzold - Die Kemenate Reinstädt. 2003 / Hans von der Gabelentz - Die ausgestorbenen Adelsfamilien des Osterlandes. In: Mittheilungen der Geschichts- und Alterthumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes. Altenburg 1863-66.
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