Wappen von Kyffhäuserkreis
Obere Sachsenburg / Oldisleben - Thüringen
Historie


2. Hälfte des 11.Jh.

Aus dem Allodialbesitz des Grafen Otto von Orlamünde, der 1062-67 auch Markgraf von Meißen war, gelangten die Güter um Sachsenburg in der 2. Hälfte des 11. Jh. an die Grafen von Ballenstädt. Als Bestandteil der Pfalzgrafschaft Sachsen, des Landes zwischen Helme, Unstrut und Saale.

1180

gehörte die Herrschaft zur Landgrafschaft Thüringen.

1247

starb der Thüringer Landgraf Heinrich Raspe ohne Erben. Nach seinem Tod bemächtigte sich im Thüringer Erbfolgekrieg Graf Siegfried von Anhalt der Pfalzgrafschaft Sachsen. Er errichtete eine Burganlage auf dem Wächterberg, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nur provisorischen Charakter hatte. Im weiteren Verlauf des Krieges unterlag Graf Siegfried dem Markgrafen von Meißen und musste sich dessen Bedingungen beugen.

Am 1. Juli 1249

wurde der Vertrag von Weißenfels zwischen dem Markgrafen von Meißen, Heinrich dem Erlauchten, und den thüringischen Ständen geschlossen. Heinrich wurde als Landesherr durch 15 thüringische Grafen anerkannt. Es wurde außerdem bestimmt, dass alle seit dem Tod Heinrich Raspes erbauten Burgen zerstört werden sollten, auch die Sachsenburg. Allerdings wurde die Burg nicht geschleift,

1254

wurden Heinrich von Sachsenberg,

1255

der Ministeriale Trabodo de Saxenborg und andere als Burgmannen urkundlich erwähnt. Das Weiterbestehen der Burg lässt sich dadurch erklären, dass Siegfried von Anhalt eine Tochter des Markgrafen Heinrich heiratete und Heinrich in diesem Zusammenhang auf die Zerstörung verzichtete. Aus dem Weißenfelser Vertrag ergibt sich eindeutig, dass Siegfried von Anhalt die Sachsenburg errichtete.

Zwischen 1250 u 1300

wurde der Bergfried errichtet.

Im 14. Jh.

ist die Erbauung des Wohnbau's zusetzen.

1316

ging nach dem Tod des letzten Grafen von Anhalt 1316 die Sachsenburgen in den Besitz der Grafen von Hohnstein über.

1319

musste nach einer Fehde 1319 die Lehnshoheit des Landgrafen Friedrich anerkennen.

1335

verkaufte Heinrich von Hohnstein das Amt Sachsenburg an den Grafen Heinrich von Beichlingen.

1339

werden die Burgen erstmalig getrennt, als Friedrich von Beichlingen die obere Burg an die Grafen von Schwarzburg und die von Honstein verpfändet, selbst aber die untere Burg bewohnt.

Ab 1407

waren die obere Burg Eigentum der Landgrafen von Thüringen.

Im 16. Jh.

haben die Burgen ihren Wert als Befestigungsanlagen verloren. Sie wurden nur noch als Wohn und Wirtschaftsgebäude genutzt. Die Haufen der Bauern im Bauernkrieg zogen durch die Thüringer Pforte ohne die Burgen zu behelligen .

1539

belehnt Herzog Georg von Sachsen Hans von Bendeleben mit der oberen Sachsenburg. Auch im Dreißigjährigen Krieg bleibt die Burg unbehelligt.

1628

nachdem Dieter Wolf von Bendeleben der von marodierenden Wallonen ermordet wurde, verödete und verfiel die Burg .

1870

wurde der Palas der oberen Burg zu einer Gaststätte ausgebaut .

2. Weltkrieg

In den letzten Tagen beschoss man die Burg aus Panzerkanonen. Wenig später brannte der Wohnbau völlig aus und wurde erneut zur Ruine .

Quellen:
Benjamin Rudolph - Die Sachsenburgen – Zwei Burgruinen am Unstrutdurchbruch zwischen Schmücke und Hainleite. In: Jahrbuch der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Band 5. 2001;
Friedrich Stolberg - Befestigungsanlagen im und am Harz von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit. Hildesheim, 1983;
Thomas Bienert - Burgen in Thüringen. Gudensberg, 2000.


Grundrißplan
Ansichten
Infoseite

zurück