ORTENBURG
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Quelle: Schreiber, Johann George - Ausschnitt aus einem Stadtplan von Bautzen
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Allgemeine Informationen
Burg aus dem 10. Jahrhundert. Neben der Ortenburg besitzt Bautzen auch eine sehenswerte Stadtbefestigung.
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 51°10'59.3" N, 14°25'10.8" E
Höhe: 207 m ü. NN
Topografische Karte/n
nicht verfügbar
Kontaktdaten
k.A.
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
keine
Anfahrt mit dem PKW
Die Autobahn A4 bis zur Abfahrt Bautzen-West. Hier folgt man der B96 bis ins Stadtzentrum. Nach der Friedensbrücke links in die Lauenstraße einbiegen.
Parkmöglichkeiten im Parkhaus am Einkaufszentrum.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
k.A.
Wanderung zur Burg
Alle Sehenswürdigkeiten der Stadt sind vom Parkplatz des Einkaufszentrum bequem zu erlaufen.
Öffnungszeiten
Die Außenanlagen der Burg sind frei zugänglich.

Sorbisches Museum
Täglich: von 10:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen
Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Öffnungszeiten.
Eintrittspreise
Erwachsene: 5,00 EUR
Ermäßigt: 2,50 EUR
Bitte prüfen Sie hier die aktuellen Eintrittspreise.
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
Foto- & Videoerlaubnis: 3,00 EUR
Gastronomie auf der Burg
Restaurant "Burghof"
Link zur Webseite der Gastronomie
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
keine
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
Für Rollstuhlfahrer erreichbar.
Bilder
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Grundriss
Grundriss Ortenburg
Quelle: Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters. | Augsburg 1998
Historie
Aufgrund seiner besonderen Lage als an drei Seiten von der Spree umschlossenem Felsplateau war der Burgberg schon in der Bronzezeit besiedelt. In der Eisenzeit wurde ein erster Wall errichtet. Heinrich I. legte nach der Eroberung des Sorbengaues Milzane eine Landesburg an, die seit dieser Zeit immer Zentrum der Oberlausitz war.

In den Auseinandersetzungen um die Beherrschung des Gebietes zwischen dem Polenherzog Boleslaw Chrobry und Heinrich II. wechselte die Burg in der Zeit von 1002 bis 1018 mehrfach den Besitzer. Im Friedensschluss von 1018 erhielt Boleslaw das Milzenerland als Reichslehen. 1083 belehnte Kaiser Heinrich IV. Wratislaw von Böhmen mit Bautzen und der Oberlausitz. Als Heiratsgut gelangte die Burg Bautzen und die Oberlausitz an den Markgrafen von Meißen, Wiprecht von Groitzsch.

1158 vergab Konrad III. die Oberlausitz als Lehen an das Königreich Böhmen. Das "Castrum Budissin" ist hierbei immer als zentraler Ort angesehen worden. 1240 wird erstmalig ein Burggraf genannt, der die Burg und die Oberlausitz für die böhmische Krone verwaltet.

1405 wurde die Ortenburg erstmals urkundlich erwähnt. In dieser Zeit einzuordnen ist der obere Teil des Burgwasserturms. Der untere Teil stammt schon aus dem 14. Jahrhundert. Während der Hussitenkriege wurden die Befestigungen ausgebaut und verstärkt, so dass Stadt und Burg alle Belagerungen abweisen konnten. Stadtbrände in den Jahren 1401 und 1441 hatten ebenfalls Bauarbeiten zufolge.

Im Frieden von Olmütz 1479 waren dem ungarischen König Matthias Corvinus, der auch die böhmische Krone innehatte, beide Lausitzen zugesprochen worden Im Auftrage des erfolgte ein grundlegender Neubau der Burg in den Jahren 1483 bis 1486 im gotischen Stil unter Landvogt Georg von Stein. Neben dem Matthiasturm entstand das schlossartige Hauptgebäude. Es hatte so Stadt hin deutlich verstärkte Mauern. Die Stadtseite war durch je einen Turm an den Steilhängen zur Spree hin mit einer dazwischen liegenden hohen Mauer und einem davor liegenden Graben geprägt. Der einzige Zugang zu Burg führte durch den Matthiasturm.

Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen eroberte 1620 Burg und Stadt und brannte sie nieder. In den folgenden zwei schwedischen Belagerungen wurde die Burg fast gänzlich zerstört. Ab 1635 baute man die Burg als Wohnschloss wieder auf. Jedoch ging der Wiederaufbau sehr langsam vonstatten. 1672 war das Dach des Schlosses nur halb gedeckt. Erst 1698 beendete man die Bauarbeiten mit dem Bau der Ziergiebel. Der Matthiasturm war ebenfalls repariert worden, allerdings erhielt die im Obergeschoss befindliche Kapelle ihre Funktion nicht wieder. Der südliche Turm am Burglehen war zwischenzeitlich eingestürzt und wurde nicht wieder hergestellt. Von der mittelalterlichen Bebauung blieben der Wasserturm, der Torturm und die Ringmauer erhalten. Das kleine Hofrichterhaus entstand 1649.

1782 schüttete man den Burggraben zu. Das zweite Tor zum Burglehen wurde durchbrochen. Gleichzeitig errichtete man an der Südmauer ein Getreidemagazin. 1869 erbaute man an der Nordseite das Schwurgerichtsgebäude. 1907 schließlich wurde die hohe Wehrmauer zur Stadt hin auf die heutige Höhe abgetragen.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Burg erhebliche Zerstörungen. Seit den Neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts fanden umfassende Rekonstruktionsmaßnahmen statt. Der Wasserturm wurde in Stand gesetzt. Im zerstörten Getreidemagazin hielt das Puppentheater Einzug. Die übrigen Gebäude des Burgkomplexes werden als Museum oder für Verwaltungsaufgaben genutzt.
Quelle: Reichel, Friedrich - Bautzen | Leipzig 1961
Literatur
  • Billig, Gerhard /Müller, Heinz - Burgen-Zeugen sächsischer Geschichte | Neustadt a.d. Aisch, 1998
  • Dehio, Georg - Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen 1 | München & Berlin, 1996 | S. 39-41 ff
  • Krahe, F.-W. - Burgen des deutschen Mittelalters. | Augsburg, 1998
  • Reichel, Friedrich - Bautzen | Leipzig, 1961
Webseiten mit weiterführenden Informationen
    k.A.
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