Wappen von Lichtenfels
BURG LICHTENFELS
Europa / Deutschland / Hessen / Waldeck-Frankenberg / Lichtenfels

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Historie

Grundriss

Hoch über dem Orketal, etwa 3 km nördlich von Sachsenberg, liegt auf einem Berg die Burg Lichtenfels. Sie wurde zwischen 1189 und 1204 durch den Abt Widukind Spiegel von Desenberg zum Schutze des Besitzes des Klosters Corvey erbaut, zu dem das Gebiet südlich von Korbach damals gehörte.

Im Streit um die Vorherrschaft in diesem Grenzgebiet wurde die Burg vermutlich durch die Grafen von Schwalenberg- Waldeck bald zerstört, doch nach 1223 durch Abt Hermann (1.) erneuert. Die älteste exakt datierte Nennung der Burg findet sich in einem Vertrag, den Hermann (1.) 1230 mit dem Erzbischof von Köln und dem Bischof von Paderborn abschloss. Dieses Schutzbündnis war jedoch nicht von langer Dauer: Nach einer Fehde der Waldecker Grafen gegen Köln und Paderborn, die mit dem Sieg Waldecks endete, erhielt Graf Adolf (1.) von Waldeck 1267 Lichtenfels mit den Städten Fürstenberg und Sachsenberg als Pfandbesitz.

1297 wurde den Waldecker Grafen die Burg zu völligem Eigentum abgetreten und bildete für sie einen wichtigen Eckpfeiler ihrer territorialen Erwerbungen. Das Kloster Corvey war der große Verlierer in den Auseinandersetzungen und Kämpfen um Land und Einfluss südlich der Diemel; es zog sich vollkommen aus diesem Gebiet zurück. Die Grafen von Waldeck saßen nicht selbst auf Burg Lichtenfels. Wie es üblich war, wurden Burgmannen eingesetzt, die dieses Amt als Lehen von den Grafen übertragen bekamen. Diese verwalteten dann die Burg und das Amt Lichtenfels.

Insgesamt lassen sich acht verschiedene Familien nachweisen, die im 13., 14. und 15. Jahrhundert Burglehen besaßen. Unter ihnen waren auch die Herren von Dalwigk. Zwischenzeitlich wurden immer wieder Verpfändungen von Burg und Amt durch die Grafen von Waldeck vorgenommen. Teile der Burg wurden verschiedentlich auch an die Burgmannen verpfändet.

Im Jahre 1413 erschienen unter den Besitzern der Burg erstmals Angehörige der Familie von Dalwigk: Am 16. Januar verpfändete Graf Heinrich (7.) von Waldeck ein Viertel der Burg an Bernhard den Älteren von Dalwigk.

1473 schließlich wurden die Brüder Johann und Reinhard von Dalwigk vollständig mit Burg und Amt belehnt. Sie verzichteten dafür auf eine größere Summe ausstehender Gelder, die ihnen die Grafen schuldig waren. Die Grafen Wolrad (1.) und Philipp von Waldeck übertrugen ihnen und ihren Erben die Burg auf Dauer. Die Herrschaft der Familie Dalwigk gründete also auf einem Lehnsverhältnis. Eigentümer von Burg und Ansiedlung waren die Grafen, später Fürsten von Waldeck, d.h. wäre die Familie Dalwigk im Mannesstamm ausgestorben, so wäre das Lehen an die Grafen von Waldeck heimgefallen. Dazu kam es jedoch nicht.

1579 erhielten die Herren von Dalwigk sogar die hohe Gerichtsbarkeit, die sie bis 1848 behielten. Im Gefolge der Reformation eskalierten latente Streitigkeiten zwischen den Herren von Dalwigk und dem Erzstift Köln. Diese teils bewaffnet ausgeführten Auseinandersetzungen endeten erst 1663 in einem Vertrag zwischen Waldeck und Köln.

Wohl im Rahmen der Kämpfe mit den kurkölnischen Gegnern wurde die Burg um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert zerstört.

Zwar fand 1631 ein teilweiser Wiederaufbau statt und 1653 wurde das Wohnhaus neu errichtet, doch ließ sich der Verfall der Burg nicht mehr aufhalten.

Die Familie von Dalwigk hatte zu jener Zeit die Burg schon lange als Wohnsitz aufgegeben und wohnte auf den im 16. Jahrhundert erbauten Höfen Sand und Kamp.

Jahrhunderte lang vereinsamt und zur Materialgewinnung genutzt kehrte Anfang des 20. Jahrhunderts neues Leben in die Ruine Lichtenfels ein. Ihr Besitzer Friedrich von Dalwigk war durch Grabungen und Forschungen auf dem Burggelände auf die Idee gekommen, ihr ihr mittelalterliches Aussehen wiederzugeben.

Er ließ den Palas und den Bergfried ohne Vorbilder in den Jahren 1906 - 1908 neu entstehen. Der Wiederaufbau wurde jedoch nicht vollendet, der erste Weltkrieg vereitelte die Fertigstellung. Die Burg, zum Teil nur ein halbfertiger Torso, blieb liegen und drohte erneut zu verfallen.

1950 schließlich verkaufte Rabe von Dalwigk die Burg an die Anker-Werke aus Bielefeld. Diese vollendeten den Wiederaufbau unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte und nutzten die Burg bis zum Firmenkonkurs 1976 als Erholungsheim. Da- nach stand die Burg wieder bis ins Jahr 1990 leer. Nachdem sich zuvor angedachte, teilweise abenteuerliche, Projekte nicht verwirklichen ließen, befindet sich Burg Lichtenfels nun in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

Quelle: Stadt Lichtenfels (Hrsg.) - Dorf und Burg – Geschichte(n) von Burg Lichtenfels und Dalwigksthal. Korbach, 2001.
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