Wappen von Allensbach

BURG KARGEGG
Europa / Deutschland / Baden-Württemberg / Konstanz / Kargegg

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Historie

Grundriss

um 1200 - Entstehung der Burg zu der Egg (Kargegg), vermutlich unter dem St. Gallischen Ministerialengeschlecht von Möggingen.

um 1350 - Lehensherr ist Heinrich von Möggingen. Unter ihm wird die Burg modernisiert und umgebaut. Heinrich steht in kaiserlichen Diensten im Elsaß, 1359 ist er Reichs-Schultheiß in Hagenau.

1364/1370 - Heinrich von Möggingen verpfändet seine Burg "zu der Egg" (Kargegg oder Egg, Konstanz) für 250 Pfund Pfennige Konstanzer Währung an die Frau seines Bruders Konrad, Mya von Hornstein. Heinrich steht 1370 in Diensten des Simon von Lichtenberg, der ihm einen Teil der Burg Huneberg im Elsaß verschreibt.

vor 1382 - Nach dem Tod seiner Frau Katharina von Huneberg verkauft Heinrich von Möggingen seinen Anteil der Burg Huneberg (1390) und sein Haus in Straßburg (1391). Heinrich kehrt zurück an den Bodensee, heiratet Klara von Hertenstein-Hornstein und bewohnt vielleicht von 1391 bis 1401 Burg Kargegg.

1392 - Heinrich von Möggingen ist Mitglied der Ritterschaft vom St. Georgsschild im Hegau, Linzgau und Bodensee.

vor dem 6. Oktober 1405 - Tod des Heinrich von Möggingen.

1406 - Klara von Möggingen, Witwe des Heinrich, verkauft die Burg mit dem Hofareal an die Konstanzer Patrizier Schwarz. Jakob Schwarz bewohnt die Burg "ze der Egg". Angehörige der Familie ermorden 1356 mit den Rittern Walter und Bertold von Stoffeln, Heinrich von Diessenhofen, UIrich Goldast und Ulrich Roggwiler den Konstanzer Bischof Johannes Windlock. Angehörige der Familie Schwarz finden sich in den höchsten Ämtern der Stadt. Unter der Familie Schwarz, die Kargegg bewohnt, wird die Burg modernisiert und umgebaut. Die Fenster des Wohnturmes werden vergrößert.

1411 - Jakob "zu Egg" ist mit Hans Konrad von Bodman Zeuge einer Urkunde des Bischofs von Konstanz.

1424 - Ulrich und Konrad Schwarz gesessen "zue der Egg", Söhne des Jakob Schwarz, verkaufen den oberen und unteren Kelnhof zu Altnau und die Vogtei über Buch um 600 Pfund Heller an das Domkapitel Konstanz.

1431 - Jakob Schwarz "zu Egg" und Hans Konrad von Bodman gehören zu den Grafen, Rittern und Reichsstädten in Schwaben.

1435 - Eigentümer der Burg Egg ist Konrad Schwarz, Sohn des Jakob. Konrad versichert seiner Ehefrau Margarete von Hohenegg anläßlich ihrer Trauung 2000 Gulden als Widerlegung und Morgengabe. Bürge ist Hans von Bodman.

1435/36 - Ritter Jakob Schwarz mit Ehefrau Klara Ruhmenin und der Sohn Konrad Schwarz in Egg mit Ehefrau Margarete von Hohenegg stiften für ihre Kinder und Eltern, Heinrich, Johann, Ulrich, Werli, Anna, Klosterfrau in Zoffingen, Anna, Ursula und Klara, Nonnen in Münsterlingen, einen Jahrtag.

nach 1436 - Konrad Ehingern aus Konstanz, 1431 vom Kaiser in den Adelstand erhoben, kauft Burg Egg. Mit seiner Ehefrau Margarete Collmann hat er fünf Söhne. Die Ritterfamilie Schwarz verlegt ihren Wohnsitz auf die Burg Hohenfriedingen.

1439 - Der Konstanzer Rat verbietet dem Fischer Klaus Koch aus Wallhausen, seine Fischreusen "unter der vesti ze Egg, die jetz Konrad Ehinger inn hat", auszuwerfen.

1441 - Der Konstanzer Bürger Wetzel kommt durch den Einfluß von Konrad Ehinger ins Gefängnis, aus dem er entfliehen kann. Wetzel verbündet sich mit dem Herzog von Urslingen, Junkter Jörg von Geroldseck und weiteren 40 Adeligen, die der Stadt Konstanz nicht wohlgesonnen sind. In der Nacht auf Marä Lichtmeß überfallen sie die Burg Egg. Konrad Ehinger wird als Gefangener zunächst nach Honberg und später nach Keggenbach im Elsaß gebracht.

1450 - Ob noch in Gefangenschaft oder frei, Konrad Ehinger verkauft den Besitz Egg an den Überlinger Junker Hans Ochsner den Älteren.

1456 - Hans Geiger aus Überlingen, Hans Ochsner, Heinrich Beck und Hans Hiller überfallen ein Schiff Nürnberger Kaufleute auf der Heimreise von Genf am Eichhorn. Sie fahren den See herab bis unter Kargegg. "Domalen saß einer uff der Burg Handegkh (Kargegg). Der hieß Hans Oxner. Sie hatten ihre Karren zugerichtet und führten ethlich Gut hinauf auf das Schloß. Also ward man dessen hie inne und schickte viele Gesellen (aus Überlingen) hinüber mit samt einem Zunftmeister, Andreß Höni. Als sie hinüberkamen, do war das Schiff schier lähr. Indem kam ein Pott des Grafen von Tengen, Herr zu Nellenburg und verbot Leib und Gut. Uff das fuhr der Hön herüber zu dem Bürgermeister. do schickte man noch mehr Leute herüber und besetzte das Schloß und vienge die drei - der Hiller aber entkam - und führte sie allher und legte sie in die Gefängknus und führte auch das Gut her uff den heiligen Christabend. Und es kamen auch die Nürnberger und verpotten Leib und Gut begehrten dazu ihr Recht".

1457-1467 - Mehrere Prozesse bezüglich der Vorgänge von 1456. Die Nürnberger Kaufleute erhalten ihre Güter wieder zurück und die Gefangenen werden gegen Sühnezahlung freigelassen.

1468 - Tod des inzwischen verarmten und verschuldeten Hans Ochsner.

1469 - Streit um den Nachlass des Verstorbenen zwischen den Augustinern von Konstanz und den Erben des Hans Ochsner. Das Landgericht verpfändet im Namen des Erzherzogs Sigmund von Österreich den Besitz Kargegg einschließlich "Hausrat, Bett und Bettzeug, Roße, Rinder, Kü, Kälber, Schweine, Pfennig und pfennigswert, nichts usgenommen".

1475 - Hans Bader Lanz von Liebenfels, Hofmeister des Bischofs, Stadtamman in Konstanz, im Besitz von Kargegg. Er verspricht Herzog Sigmund von Österreich, seine Burg als offenes Haus für Österreich zu halten, nachdem der Herzog zum Kauf des Besitzes 400 Gulden mitfinanziert. Hans von Liebenfels ist mit der reichen Patrizierin Anna von Tettighofen verheiratet und wird um 1463 von Kaiser Friedrich III. in den Adelsstand erhoben.

um 1481-1488 - Hans Bader Lanz von Liebenfels verkauft Kargegg an den Radolfzeller Patrizier Hans Vogt. Im Bundesbrief des St. Georgenschilds wird er 1488 unter den Grafen, Rittern und Edelknechten als "Hanns Vogt zu Kargegk" aufgeführt. Seine Ehefrau ist Verena Imthurn.

um 1494 - Übergang von Kargegg an den Überlinger Patrizier Hans Ramspach.

1502 - Hans von Ramspach von Überlingen verkauft die Veste und das Hofgut Kargegg als freies Eigentum für 928 Gulden an Hans Jakob den Jüngeren von Bodman.

1510 - Hans Jakob der Jüngere von Bodman stirbt ohne Nachkommen.

1511 - Übergang des Besitzes Kargegg als Leibgeding an seinen Bruder, den Malteser-Ordensritter Hans Wilhelm von Bodman.

1515 - Die Erben des Hans Jakob von Bodman verkaufen Kargegg für 1100 Gulden an Hans Frischhans von Bodman zu Möggingen, Amtmann zu Landsberg, verheiratet mit Barbara, Schwester des Landsknechtsführers Georg von Frundsberg. Er fällt 1520 bei der Verteidigung von Balingen gegen Herzog Ulrich von Württemberg.

1520 - Hans Gabriel von Bodman, Domherr in Konstanz, wird Erbe des Besitztes Kargegg.

25. Mai 1525 - Zerstörung der Burg Kargegg durch die aufständischen Bauern. "Nun hat sich die Empörung der Bauern im Hegau dermaßen erhebt; die Bauern haben sich im Hegau zusammengetan bis in die 3000, sind mit großem Übermut im Hegau umhergezogen und haben großen Schaden angerichtet, besonders im Dorf Bodman, da haben sie allen Hausrat an einem Org zusammengetragen und verbrannt, nichts ausgenommen. Sie haben den Wein aus den Fässern in die Keller laufen lassen, weil sie vermeinten, man habe Gift hineingetan. Dann sind die aufrührerischen Bauern am See entlang gezogen bis gegen Kargegg und Wollmatingen, haben auch die Reichenau eingenommen und großen Übermut geführt" (Monte: Quellensammlung der badischen Landesgeschichte). "Die Herren zu Radolfzell haben großen Mangel an Mehl; er habe ihnen einen Malter geschickt. Die Bauern haben ihnen alles Vieh weggenommen, sie haben die Mettnau verbrannt, Staufen beim Hohentwiel, die Kargegg bei Überlingen und das Dorf Möggingen angezündet" (Schreiben des Wilhelm von Lox, Ritter aus Überlingen, an Jakob Frankforter). Nach der Brandzerstörung durch die Bauern am 25. Mai wird die Burg Kargegg dem Verfall überlassen. Der Besitz mit Burghof und Ländereien bleibt Eigentum der Herren von Bodman.

1526 - Hans Gabriel verkauft Kargegg mit allem Zubehör an Hans Georg von Bodman für 1600 Gulden.

Quelle: Günter Schmitt - Schlösser und Burgen am Bodensee. Band 1. Biberach, 1998.
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