Wappen von Göppingen
Burg Hohenstaufen / Hohenstaufen - Baden Württemberg
Historie


Die für das große Königs- und Kaisergeschlecht der Staufer namengebende Burg Hohenstaufen wurde bis zum 13. Jahrhundert als Stammburg genutzt. Von hier aus vollzog sich die Gründung zahlreicher Burgen und Städte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Vor allem aber auch die Erbauung der Burgen in nächster Umgebung. Hohenrechberg, Staufeneck, die Wäscherburg u. v. a. wurden so zu einem Schutzring um den Stammsitz. Nach neuesten Forschungen kamen die Vorfahren des Erbauers der Burg, des Friedrich von Staufen, aus dem Gebiet um Salzburg, Teisendorf und Reichenhall. Die Spuren führen von dort ins Riesgau. Die Nachweise beginnen mit Friedrich vom Riesgau.

997 – 1075 Friedrich vom Riesgau.

1042 Friedrich von Büren, Sohn des Friedrich vom Riesgau, heiratet Hildegard von Bar-Mousson, Erbin bedeutender Güter im Elsass. Sie war die Tochter des Grafen Ludwig von Mousson und Gründerin der Klöster Sainte Marie in Bar-le-Duc und Chatenais.

1150 König Heinrich Berengar bezeichnet die Gegend um Bopfingen und Harburg als „Terra Nostra“.

1047 – 1105 Friedrich von Staufen, 4. Sohn des Friedrich von Büren, Herzog von Schwaben, Erbauer der Burg Hohenstaufen.

1065 – 1070 Friedrich von Staufen, verheiratet mit Beatrix (Mathilde).

Um 1070 Erbauung der Burg auf dem Hohenstaufen.

1087 – 1094 Hildegard von Bar-Mousson (s. o.) gründet des Kloster St. Fides in Schlettstadt im Elsass. Älteste Grablege der Staufer.

1079 Friedrich von Staufen erhält das Herzogtum Schwaben als Lehen.

14. März 1079 Verlobung mit der siebenjährigen Agnes von Waiblingen, Tochter von Kaiser Heinrich IV. Bischof Otto von Freising, der Vetter Kaiser Friedrichs Barbarossa, schreibt in seinen 1156 – 1158 entstandenen „Gesta Friderici“: „In dieser Zeit hatte ein Graf namens Friedrich, der von den vornehmsten Grafen Schwabens abstammte, auf der Burg Staufen eine Siedlung angelegt ... Genannter Friedrich wurde zugleich Herzog der Schwaben und Schwiegersohn des Königs.“

1093 Geburt des späteren Königs Konrad III., Sohn von Friedrich von Staufen.

1105 + Friedrich von Schwaben, Übergang der Burg vermutlich an seinen Sohn Friedrich II. den Einäugigen.

1132 In Anschluss an einen Feldzug Herzog Friedrichs II. durch Oberschwaben, der zur Verwüstung welfischer Besitzungen führt. Unternimmt der bayerische Herzog Heinrich der Stolze im selben Jahr einen Vergeltungszug über Daugendorf an der Donau bis hin zum Hohenstaufen, wobei die staufischen Besitzungen verheert und verbrannt werden. Die Stammburg bleibt, wie auch im folgenden Feldzug von 1134, unbesiegt.

1147 + Friedrich II. der Einäugige.

Vor 1163 Friedrich IV. nennt sich nun „Herzog von Staufen“. Er ist unter allen „Staufern“ der einzige, der inzeitgenössischen Urkunden den Hohenstaufen im Namen führt. Wahrscheinlich hatte er auf der Burg seinen Wohnsitz.

1167 + Friedrich IV. auf dem vierten Italienzug; mit ihm stirbt die jüngere staufische Linie König Konrads III. aus.

1169 Erste urkundliche Erwähnung eines Heinrich von Staufen als Burgmann. Seit Mitte des 12. Jahrhunderts werden staufische Dienstmannen mit der Verwaltung der Burg beauftragt.

1171 Folknand von Staufen, Landprokurator und Klosterstifter, als Burgmann des Hohenstaufen erwähnt.

25. Mai 1181 lässt Friedrich I. Barbarossa auf der Burg eine Urkunde ausstellen, die besagt, dass der Herr von Staufen auch Vogt des Klosters Adelberg sein soll.

1196 Kaiser Heinrich VI. ernennt seinen jüngsten Bruder Philipp zum Herzog von Schwaben und damit zum Burgherrn des Hohenstaufen.

Ab 1206 mehrfacher Nachweis der Herren von Waldhausen-Staufen auf dem Hohenstaufen.

12. Jhrdt. Um- und Ausbau der Burg Hohenstaufen im Zuge der Burgenentwicklung des 12. Jahrhunderts. Trennung der Anlage in Vor- und Hauptburg durch eine Abschnittsmauer.

21. Juni 1208 Ermordung des Philipp von Schwaben in Bamberg

20. August 1208 Irene Angelos, Witwe Philipps von Schwaben, beurkundet auf Hohenstaufen eine Schenkung an das Kloster Adelberg zum Seelenheil ihres Gemahls.

28. August 1208 Irene Angelos, stirbt auf Hohenstaufen an den Folgen einer Frühgeburt.

Um 1226 Herren von Rechberg Bewohner der Burg. Ulrich von Rechberg wird bereits 1181 in Begleitung Friedrich Barbarossa auf Hohenstaufen bezeugt.

1241 letzter Nachweis des Hohenstaufen als staufischer Besitz im Reichssteuer-verzeichnis.

1274 Walter Schenk von Limpurg in Besitz eines Turmes und eines Hauses auf dem Staufen, das er am 20. April an Ulrich von Rechberg und dessen Bruder Johann, unter Vorbehalt der Rücklösung, verpfändet.

1288 König Rudolf von Habsburg als neuer Besitzer auf dem Hohenstaufen zu Besuch.

1291 Graf Albrecht von Hohenberg, Landvogt von Niederschwaben, setzt Werner von Ehingen als Vogt auf die Burg Hohenstaufen.

1319 Belagerung der Burg durch Graf Eberhard von Württemberg, Heinrich der Goeler sowie Gottfried und Dieter Neipperg.

1360 Belagerung und Einnahme der Burg durch Kaiser Karl IV.

17. Mai 1366 Herzog Albrecht von Österreich erhält gegen Bezahlung von Kaiser Karl IV. die Burgen Hohenstaufen und Achalm.

1371 Kaiser Karl IV. gestattet die Erhöhung des Pfandschillings zur Instandsetzung der Burg – „Mauern und Dächer seien gar niedergegangen“.

13. März 1378 Graf Ulrich von Württemberg erhält Briefe und Rechte zu der Pfandschaft Achalm und Hohenstaufen von Wilhelm von Rietheim.

1378 – 1386 Wilhelm von Rechberg von Faurndau Burgvogt auf Hohenstaufen.

1392 Übergang der Pfandschaft an Eberhard den Milden,

1417 ... an Eberhard den Jüngeren,

1419 ... an dessen Söhne Ulrich V. und Ludwig I.

1451 Verpfändung der Burg und weiterer Besitzungen an Ulrich von Rechberg zu Hohenrechberg um 1300 Gulden.

1478 Conrad Schenk von Winterstetten Vogt auf Hohenstaufen.

1495 Besitzfolge Herzog Eberhard I. von Württemberg,

1496 Eberhard II., Vetter Eberhard I.,

1498 Herzog Ulrich von Württemberg, Neffe Eberhards I.

1516 Junker Hans Güss von Güssenburg, Burgvogt.

1519 Jörg Egen von Egenhofen, Burgvogt.

1520 Georg Staufer von Blossenstaufen, der sich um den Schwäbischen Bund verdient gemacht hat, erhält die Burg Hohenstaufen von Kaiser Karl V.

1525 Zerstörung der Burg Hohenstaufen.

Um 1555 Herzog Christoph von Württemberg lässt zum Bau des Stadtschlosses in Göppingen Steinmaterial der ausgebrannten Burg holen.

1588 Martin Crusius besucht die Ruine.

1636 Kaiser Ferdinand II. erlässt, dass die Pfandschaften Hohenstaufen und Achalm mit Zubehör samt anderen Besitzungen dem Hause Habsburg als liquidierte Sache ohne Erstattung des Pfandbetrages zustehe.

20. Mai 1705 Es wird berichtet, dass ein noch stehen gebliebener Turm durch einen Riss baufällig geworden ist und „den Menschen und Vieh Schaden bringen werde“. Die Rentkammer erlaubt daraufhin den Abbruch.

1736 Einebnung des Hohenstaufen-Gipfels zur Errichtung einer modernen Festung.

1737 Tod von Herzog Karl Alexander von Württemberg; danach Einstellung der geplanten Baumaßnahme.

1833 Gründung des ersten Hohenstaufen-Vereins unter Eduard Keller.

1871 Gründung der neuen „Hohenstaufencomité“. Eine „Kaiserhalle“, umgeben von einer Ringmauer mit Türmen, Tor, Wächterwohnung und Restauration soll erstellt werden. Das groß angelegte Projekt mit geschätzten Kosten von 86 000 Talern gerät aufgrund mangelnder Spenden in Vergessenheit.

1888 Nach dem Tode des „Nationalen Heldenkaisers“ Wilhelm I. lebt die Idee wieder auf, auf dem Hohenstaufen ein Denkmal zu schaffen. Dieses Mal soll es eine gewaltige Ruhmeshalle werden mit den Standbildern der Hohenzollerkaiser Wilhelm I. und Friedrich III. Nach vielen Bemühungen kommt am 8. April 1892 das „Aus“ für das Projekt. Der neue König Wilhelm II. lehnt es öffentlich ab.

1904 Erstellung des ersten Schutzhauses auf dem Hohenstaufen durch den Schwäbischen Albverein.

1975 Zerstörung des Schutzhauses durch Brandstiftung.

1977 Erstellung des neuen Unterkunftshauses.

(Quelle: Günter Schmitt - Burgenführer Schwäbische Alb, Band 1 – Nordost-Alb. Biberach, 1988.)

 

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