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Burg Henneberg / Henneberg - Thüringen
Historie


Der exponierte Burgberg war nach einer prähistorischen Befestigung der Hallstattzeit bereits in ottonischer Zeit bebaut. Die archäologisch ergrabenen Gebäudereste weisen darauf hin, dass es hier bereits im 10. bzw. 11. Jh. mittelalterliche Befestigungsanlagen in zwei aufeinander folgenden Phasen gegeben hat. Entsprechend dem Stand der Bautechnik der Zeit wird es sich um bescheidene Anlagen und Gebäude in Erd- und Holzbauweise gehandelt haben. Brandreste weisen darauf hin, dass die Anlage der 1. Hälfte des 11. Jh. durch Brand zerstört wurde.

Um 1100 ist der eigentliche Beginn des Ausbaus zur Grafenburg anzusetzen. Das Geschlecht der Grafen von Henneberg trat erstmalig 1096 mit dem Grafen Godebold II. ins Licht der Geschichte. Dieser ließ mehrere steinerne Gebäude, darunter einen Palasbau und einen Wohnturm, auf dem Gelände der Kernburg errichten.

Mit der erstmaligen urkundlichen Erwähnung 1221begann eine Blütephase der Burg. Das gesamte Burgareal wurde umgebaut. Der Palasbau wurde zugunsten eines neuen zweigeschossigen abgerissen, eine steinerne Ringmauer errichtet. Den Bergfried erbaute man in aufwändiger Weise aus geschliffenen Werksteinen. Mit der Errichtung dieser repräsentativen Burg demonstrierte das Grafengeschlecht seine gewachsene Bedeutung. 1274 teilte sich das Grafengeschlecht in die Linien Aschach und Schleusingen. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Burg nicht mehr als Residenz genutzt.

Im 15. Jh. gab es einen weiteren grundlegenden Umbau der Burg. Mehrere Gebäude wurden abgetragen und das gewonnene Baumaterial in einer neuen Ringmauer verbaut. Ein neuer großer Palas mit einer Arkadenreihe zum Hof wurde errichtet.

1525 nahm im Bauernkrieg der Bildhäuser Bauernhaufen die Burg kampflos ein und brandschatzte sie. Es erfolgten zwar in geringem Umfang Reparaturarbeiten, jedoch sind schon 1576 Abbrucharbeiten am Bergfried urkundlich dokumentiert. Offensichtlich hatte die Burg ihre militärische Bedeutung verloren. Bis ins 17. Jh. hinein wurde die Burg noch bewohnt. Nach dem Wüstwerden der Anlage wurden weite Bereiche der Burg abgebrochen.

1845 führte man erste Sicherungs- und Sanierungsarbeiten durch. Umfassende Grabungen erfolgten im 19. und 20. Jh. Die Auswertung der letzten Grabung in den Jahren 1992-95, die eine genauere Datierung der Bauphasen ermöglichen wird, steht noch aus.

In der Zeit von 1961 bis 1990 stand auf dem Bergfriedstumpf ein Wachturm der Grenztruppen der DDR. Die Burg lag im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze und war Besuchern nicht zugänglich.

Quelle: Heiner Schwarzberg: Die Ausgrabungen auf der Burg Henneberg, Lkr. Schmalkalden-Meiningen, http://www.burgen-in-sachsenanhalt.de/landesgruppe.html


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