Wappen von Ebermannstadt
Burg Gaillenreuth / Ebermannstadt - Bayern
Historie


1122 - Bischof Otto I. erwirbt die Burg Gaillenreuth, von wem ist leider nicht bekannt

1305 - Erwähnung der Gaillenreuther in einem Handlungsbuch der Holzschuher

1348 - Verpfändung der Burg an Konrad von Egloffstein

1359 - Die Egloffstein erweben die Burg vom Bistum Bamberg und gründen hier eine eigene Linie

1382 - Die Burg wird an Hans Theurner verpfändet, wohl nur die Hälfte, er gewahrt der Stadt Nürnberg das Öffnungsrecht

1383 - Fritz von Streitberg verschleppt auf seinen Raubzügen Gefangene nach Gaillenreuth, vorauf der Rat Nürnberg mit Truppen gegen Gaillenreuth zieht und die Gefangenen befreit

1410 - Peter Groß von Gaillenreuth, Pfandinhaber des Theurner-Teils, gewahrt ebenfalls der Stadt Nürnberg Öffnungsrecht

1522 - Konz von Egloffstein trägt seinen Teil der Burg dem Bischof von Bamberg zu Lehen auf

1525 - Die Bauern äschern die Burg ein, die Entschädigung beträgt 1210 Gulden

8. Juli 1632 - Kroatische Truppen legen die Burg Gaillenreuth in Schutt und Asche

1638 - Die Egloffsteins lösen die Burg aus dem bambergischen Lehensvertrag, somit wird die Burg freies Eigen der Egloffsteins

1684 - Karl Friedrich Voit Freiherr von Rieneck erwirbt die Burg von den Egloffsteins

1701 - Verkauf der Schloßfelder an die Untertanen

1810 - Die von Rieneck verkaufen die Burg an Anton Joseph Freiherr von Horneck

1847 - Leider wurde die Burg nicht sonderlich gepflegt, so stellte man den Antrag auf Abbruch der hinteren Kemenate

1848 - Ein anonymes Gesuch geht an König Ludwig I. von Bayern, mit der Bitte um Erhalt der hinteren Kemenate, ein Abbruchverbot wurde erlassen, jedoch der Abbruch dennoch ausgeführt

20. Jh. - Über die Erben der Freiherren von Horneck, die Grafen von Bentzel-Sternau, geht die Burg in bürgerlichen Besitz über

 

Die Legende des Eppelein von Gailingen

Als im Mittelalter die Kreuzzüge aufhörten und die Macht des deutschen Kaisers immer mehr schwand, wurde der Ritterstand überflüssig. Die Ritter saßen nunmehr auf ihren Burgen und lebten von den Abgaben ihrer Bauern. Bald verarmten sie aber immer mehr. Teils aus Stolz, teils, weil die Möglichkeiten fehlten, konnten sie sich auf keinen anderen Beruf umstellen. Auf die immer reicher werdenden Städter und Kaufleute hatten sie verständlicherweise großen Zorn, denn in ihnen erblickten sie die Ursache ihrer Armut. Da auch der Kaiser nichts mehr für sie tat, überfielen sie bald die Kaufmannszüge und wurden so zu Raubrittern.

Auch Nürnberg hatte unter dieser Entwicklung viel zu leiden. Nicht nur in der Fränkischen Schweiz, auch im Westen und Süden der Stadt waren viele Burgen von Raubrittern. Und der Berüchtigtste von ihnen war Eppelein von Gailingen. Die von Gailingen sind bei Gunzenhausen nahe Nürnberg und Illesheim durch Urkunden als Burgherren bezeugt. Von Eppelein selbst weiß die Geschichtsschreibung nichts Genaues. Umso mehr kann aber die Sage berichten: In Verkleidung stahl er den Nürnbergern einmal ein goldenes Vogelhaus mitten aus der Stadt, ein andermal soll er eine reiche Patrizierbraut an ihrer Hochzeit überfallen und geküßt haben. Kurz vor seiner ersten geplanten Hinrichtung soll er durch einen tollkühnen Sprung mit dem Pferd über den Graben der Nürnberger Burg entwischt sein. Davon zeugen noch heute zwei Hufeindrücke in der Burgmauer am Fünfeckigen Turm. "Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn zuvor" witzelt man bis zum heutigen Tag in ganz Deutschland. Trotzdem büßte Eppelein von Gailingen später für seine Schandtaten mit dem Leben: Im Jahre 1381 wurde er bei dem Dorf Postbauer durch die Neumarkter gefangen und getötet.


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