Wappen des Landes Thueringen
Burg Ehrenstein / Ehrenstein - Thüringen
Historie


1274 - Nicht ganz gesicherte Ersterwähnung; sie geht auf Paul Jovius zurück, in: Chronicon Schwarzburgicum, Altenburg 1753: "Graff Heinrich von Schwarzburg X. (V.) bekame nach seines Herrn Vaters Tode in der brüderlichen Verteilung das Hauß Blankenberg, ... Hierneben ist ihm aber auch zugeteilet worden das Hauß Ehrenstein, bey Remda gelegen..." Eine Quelle gibt Jovius nicht an. Alle nachfolgenden Autoren beziehen sich auf diese Jahreszahl, in der Regel ohne zu zitieren.

1356 - Kaiser Karl V. erlaubte Heinrich XII. von Schwarzburg auf dem Reichstag zu Metz, unter seiner Feste Ehrenstein einen Wochenmarkt einzurichten.

1417 - befasste sich das Hofgericht zu Kostnitz mit dem Zwist zweier Schwarzburger Grafen. Dabei ging es auch um Rechte an dem "Schloß Ernstein". In einem Burgfrieden am Dinstage Sente Niclawstage verpflichteten sich die Parteien, diesen dahingehend auszuüben, dass demjenigen, welcher in dem Umkreis des Schlosses über einen anderen freventlich Messer oder Schwerd zückte, sollte er durch die Hand gestochen, verursachte er aber rechte Wunden, die Hand abgehauen und über die hier begangenen Diebstahl oder Todschlag mit Recht gerichtet werden (Hesse).

1448 - nahm sich im Rahmen des Schwarzburger Bruderkrieges Hermann von Gera die Burg mit Gewalt. Einzelheiten über die Art der Belagerung, Erstürmung und Ausgang der Fehde sind nicht bekannt.

1515 bis 1551 - bewohnte Graf Wolf I. von Gleichen zuweilen die Burg. Er bewirkte viele bauliche Veränderungen. Das Vorhangbogenfenster im zweiten Obergeschoss und der jetzt noch in Resten erkennbare hölzerne Balkon auf der anderen Seite dürften auf ihn zurückgehen.

1587 - Karl III. von Gleichen, der ein sehr aufwendiges Leben führte, sah sich gezwungen, die Herrschaft Ehrenstein für 31000 Gulden an die Brüder Curt und Bodo-Wilke von Mandelsloh zu verpfänden. Sie behielten sie 14 Jahre, beuteten Vorwerke und Dörfer aus und ließen die Burg verkommen.

1610 - Die Witwe des Herzogs Friedrich Wilhelm von Sachsen Altenburg löste einen Vertrag ein, nach dem die Burg für 42316 Gulden für das Haus Schwarzburg (von einem unbekannten Besitzer) zurückgekauft wurde.

1645 - richtete man einige Räume als Dienstsitz des Amtschreibers Christoph Schmied ein; größere Reparaturen an Dächern und Türmen müssen voraufgegangen sein. Zuvor wurde berichtet: "Solch Schloß Ehrenstein ist ganz und gar an der Ziegeldachung, Gebälken, Thüren, Fensterläden, Fenstern und andren Zugehörungen verwüstet, zerbrochen und abgeworfen, also daß darin durchaus keine Verwahrung mehr vorhanden, ohne zum inwendigen Gehäuse: Eine große, alte verschlossenen Thür mit starken Bändern und einem anhängenden großen Mahlschlosse ..." verwehrte den Zugang.

1753 - begann der Abbruch des Daches und anderer noch verwendbarer Teile der Burg. Sie wurde durch die Bauern der Umgebung nach Generationen des Frondienstes "zurückgeraubt". Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt stimmte zu, doch sollten die alten Mauern "als Andenken wie am Blankenburger Schloß" erhalten bleiben.

1844 - Der Archivrat und Professor Ludwig Friedrich Hesse legte eine erste wissenschaftliche Beschreibung der Burg vor.

1900 - begründete sich ein Burgenverein, der in zwei folgenden Jahrzehnten Erhaltungsarbeiten durchführte. Der untere Turmzugang geht auf seine Initiative zurück, wohl auch der Rest eines rosa Farbanstrichs im begehbaren Teil des Turmes.

1995 - ging Burg Ehrenstein in den Besitz der Thüringer Stiftung Schlösser und Gärten über. Umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen begannen.


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