Wappen von Koblenz
Festung Ehrenbreitstein / Koblenz - Rheinland-Pfalz
Historie


Ende 10.Jh.

errichtet der Konradiner Ehrenbrecht, aus dem Herrscherhaus der Salier, die erste Burganlage.

1020 (1018*²)

gelangte die Burg in den Besitz des Trierer Erzbischofs Poppo, als Dank für die Unterstützung, die er König Heinrich II. bei der Sicherung von Thron und Herrschaft geleistet hat.

1137

erscheint erstmalig ein nach der Burg benannter Dienstmann des Trierer Erzbischofs.

1152 - 1169

vollendet Erzbischof Hillin von Falmagne den Ausbau der Burg. Er ließ eine Zisterne, im Norden einen tiefen Graben in den Felsen schlagen, einen fünfeckigen Bergfried ( „Caesarturm“) hinter der nördlichen Mauer errichten und die bischöflichen Häuser wurden wieder hergestellt.

12. - 14.Jh.

wurde die Burg durch die Trierer Erzbischöfe immer mehr zu einer Befestigung ausgebaut bzw. verstärkt.

1325*²

besaß der Ritter Diethard durch geschickte Erb- und Heiratspolitik 3/4 der Burg und deren umliegenden Weinberge und Felder.

1376

gilt die Befestigung des Ehrenbreitstein als vortrefflich. Aus Sicherheitsgründen lässt der Trierer Erzbischof das Haupt des Hl. Matthias, eine damals bedeutende Reliquie, aufbewahren.

1456 - 1503

werden unter Erzbischof Johann II. von Baden ein Turm, mehrere Wohnbauten, eine Kanzlei, ein Schatzturm und erstmalig ein über 56 m tiefer Brunnen errichtet.

1511 - 1531

wird die Festung durch eine zeitgemäße Befestigungsanlage infolge veränderter Kriegstechnik unter Erzbischof Richard von Greiffenklau ausgebaut. Es entsteht die erste bastionsartige Anlage mit wesentlich verstärkt installiertem Geschützpark.

Bis ca. 1600*²

blieb die Festung weitesgehend von kriegerischen Ereignissen verschont.

1609

erfolgt auf dem Ehrenbreitstein der Zusammenschluss der katholischen Fürsten zur „Liga“ als Reaktion auf die ein Jahr zuvor gegründete protestantische „Union“.

1618 - 1648

(Dreißigjährige Krieg) bringt der Festung wechselnde Besatzungen.

1632 - 1637

befindet sich eine französische Besatzung infolge einer Verbindung des Erzbischofs von Trier mit dem französischen König gegen die habsburg-wittelsbachisch-spanische Allianz. Die Besatzung muss nach längerer Belagerung wegen Nahrungsmangels kapitulieren.

1652 - 1711

unter den Erzbischöfen Carl Caspar von der Leyen und Carl Hugo von Orsbeck wird die Festung weiter ausgebaut.

1657 - 1794

wird der Heilige Rock, eine der wertvollsten Reliquien des kurtrierischen Staates, in der Festungskapelle aufbewahrt.

1729 - 1756

Ausbau des Ehrenbreitstein zu einer barocken Festung unter Erzbischof Franz Georg von Schönborn.

1794 - 1799

wird die Festung viermal vergeblich von der französischen Revolutionsarmee belagert. Durch Hunger gibt die Festungsbesatzung auf.

1799 - 1801

französische Besatzung. Vor ihrem Abzug erfolgt der Abtransport des gesamten Kriegsmaterials nach Metz, so auch der Prunk-Kanone „Vogel Greiff“, und anschließend die Sprengung der Festungswerke.

1803 - 1815

befindet sich die Festungsriune im nassauischen Besitz.

1815

im Wiener Kongress wird die Festung Ehrenbreitstein den Preußen zugesprochen.

11.03.1815

befiehlt der preußische König Friedrich Wilhelm III. die Wiederherstellung der Festung Ehrenbreitstein und die Befestigung von Koblenz.

1816 - 1828

Wiederaufbau als stärkste preußische Festung unter Leitung des Generalmajors von Aster und des Ingenieur-Hauptmanns von Huene mit einer vorgesehenen Bestückung von 80 Kanonen und 2.000 Mann Besatzung. Die zu dieser Zeit entstandenen Festungsbauten sind mit wenigen Ausnahmen bis heute erhalten.

1914 - 1918

hat die Festung keine militär-strategische Bedeutung mehr.

1918 - 1929

amerikanische und französische Besatzung. Eine beabsichtigte Zerstörung der Festung infolge des Versailler Vertrages kann durch geschicktes Verhandeln verhindert werden. Sie gilt bereits zu dieser Zeit als kulturhistorisch besonders wertvoll und erhaltenswürdig.

1936 - 1945

werden Teile der Festung von der deutschen Wehrmacht genutzt. Während des 2. Weltkrieges bieten die ausgebauten Stollen 10.000 Koblenzern vor den Bombenangriffen Schutz.

1945 - 1948

erneute amerikanische und französische Besatzung.

1970

geht die Festung in den Besitz der staatlichen Burgen, Schlösser, Altertümer-Verwaltung des Landes Rheinland-Pfalz über.

Quelle: Manfred Böckling - Festung Ehrenbreitstein. Koblenz, 2002; *² III. Korps Koblenz (Hrsg.) - Die Festung Ehrenbreitstein. Koblenz, 1977


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