Wappen von Dieburg
Burganlage und Stadtmauer Dieburg / Dieburg - Hessen
Historie


Vor 1200 - Gründung einer Burg mit begleitender Stadtsiedlung im Bereich des königlichen Wildbanns Dreieich im Rhein-Maingebiet durch staufische Ministeriale. Als Stadtgründer wird ein "Dominus Heinricus bone memorie", möglicherweise ein Verwandter Cunos I. von Hagen-Münzenberg genannt. Die Stadt entstand mit großer Wahrscheinlichkeit als königsnahe Gründung.

1239 - Dieburg ist im Besitz der Herrn von Hagen-Münzenberg

1255 - Aussterben der Münzenberger im Mannesstamm, Münzenbergische Erbteilung.

1277 - Stadtrechtsverbesserung für Dieburg durch König Rudolph I. von Habsburg

1288-1310 - stückweiser Ankauf von Burg und Stadt durch die Mainzer Erzbischöfe, ab 1292 hat der Mainzer Erzbischof einen Vogt in Dieburg. Dieburg wird kurmainzer Amtsstadt mit Sitz des Amtmanns und des Kellerers.

1344 - Bauarbeiten an der Burg (Turmbau) unter Erzbischof Heinrich v. Virneburg.

nach 1372 - Errichtung der Kellerei an der Südseite der Burg unter Erzbischof Johann v. Luxemburg. Sein Nachfolger Adolph von Nassau fügt einen weiteren Bau im Osten der Burg an.

nach 1400 - Weiterer Ausbau der Stadtbefestigung, Übergang vom Mauer- zum Geschütztumbau

1463-1475 - Der abgesetzte Mainzer Erzbischof Dieter von Isenburg residiert in Dieburg.

nach 1484 - Unter Erzbischof Berthold von Henneberg wird ein weiterer Bau im Norden der Burg errichtet. In seiner Amtszeit werden auch umfangreiche Baumaßnahmen an der Stadtbefestigung durchgeführt.

1632-1634 - Die Burg gehört (zusammen mit Stadt und Amt Dieburg) als Geschenk Gustav Adolphs v. Schweden dem Pfalzgrafen Georg Gustav von Lauterecken, der in der Schloßkirche ev. Gottesdienst halten läßt.

1650 - Das Aussehen der spätmittelalterlichen, heute weitestgehend zerstörten Burganlage der Mainzer Erzbischöfe beschreibt um 1650 der Jesuit Johannes Gamans:

"Dieburg durchfließt der Fluß Gersprenz, der nach der Gegend, wo er entspringt, seinen Namen trägt und der bei Stockstadt in den Main mündet. Jenseits des Flusses liegt die Burg, die (Erzbischof) Johann I., der Bruder des Königs Wenzel von Luxemburg um das Jahr 1372, nachdem er die Privilegien seiner Vorgänger bestätigt hatte, zu bauen begann. Er errichtete das Haus, wo heute der Kellerer wohnt. Ein anderes Gebäude, im rechten Winkel dazu , baute sein Nachfolger Adolph von Nassau, wie sein eingehauenes Wappen mit dem vierfach geteilten Schild am unteren Teil des Erdgeschosses bezeugt. Dieses ist auch im oberen Saal gemalt, zusammen mit einem prächtigen Triumphzug gewappneter Adliger, vielleicht anläßlich eines Turniers oder beim feierlichen Einzug des Kurfürsten Adolph selbst. Voran gehen die Ritter Cronberg und Riedesel, es folgen der Graf von Rieneck und ein anderer mit geteiltem Wappenschild, dessen erstes und viertes, blaues Fels einen goldenen, aufrechten Löwen zeigt, gleichermaßen das zweite und dritte, rote Feld zwei goldene Löwen. In gleicher Weise folgt ein anderer Ritter mit einem weißen Schild und darauf einen blauen Löwen.
Gegenüber diesem Bauwerk, auf der anderen Seite eines weiten Hofes, gründete Kurfürst Berthold (v. Henneberg) ein anderes, geräumiges Gebäude, wie sein Wappen bezeugt. Sein und seiner Vorfahren Wappen sieht man auch in den Fenstern der großen Halle im Obergeschoß."


im 18. Jhdt. - Die Freiherrn Groschlag v. Dieburg erhalten die Burg als Kurmainzer Lehen

1799 - Mit dem aussterben der Groschlag im Mannesstamm gelangt die Burg als Lehensbesitz an den kurmainzer Staatsminister Freiherrn Franz Joseph von Albini

1802 - Reichdeputationshauptschluß, Säkularisation, Übergang Dieburgs an Hessen-Darmstadt, Landgraf Ludwig X. schenkt die Burg an Albini.

1809 - Albini läßt die Burg fast vollständig abreißen und errichtet im Bereich der ehemaligen Kellerei ein klassizistisches Wohnschloß mit Wirtschaftsbauten, das er und seine Familie bis zu seinem Tod 1816 bewohnen.

1820 - Abbruch des Steinweger Stadttors

1826 - Abbruch der Minnefelder Pforte.

1835 - Abriß des Weißturms und Teile der östlichen Stadtmauer

1887 - Abriß der Altstädter Pforte.

1857 - Schloß und ehem. Burgareal im Besitz der Stadt Dieburg

1903 - Bau des Kreisamts an der Ostseite des ehemaligen Burgbereichs

1927 - Restaurierung des Mühlturms

1962 - Einbau eines modernen Verwaltungsgebäudes im ehemaligen Burghof, dadurch wird das Raumbild der ehemaligen Vierflügelanlage massiv beeinträchtigt.

1965 - Sprengung des "Hexenturms"

1991 - Archäologische Ausgrabungen, Sicherung eines Turmbaus in der Nordwestecke der Burg, Entdeckung eines mittelalterlichen Töpferbrennofens innerhalb der Burg. Weiterer Neubau im Westen der Anlage über den historischen Mauerzügen.


Grundrißplan
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