BURG BREUBERG
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Allgemeine Informationen
Auf dem nach drei Seiten ins untere Mümlingtal steil abfallenden Breuberg liegt die gleichnamige Burganlage, eine der am besten erhaltenden Burgen Deutschlands. Sie dokumentiert die Entwicklung des Wehrbaus vom 12. bis zum 17. Jhdt.

Die Abtei Fulda errichtete hier im 12. Jhdt. eine Vogteiburg, um ihre Besitzungen im Odenwald gegenüber den Mainzer Erzbischöfen besser behaupten zu können. Unter den Dynasten (Reiz) von Breuberg entstand um 1200 die Kernburg mit dem Bergfried, der 10 – 14 Meter hohen Ringmauer und dem bis heute erhaltenen, romanischen Burgtor. Im Besitz der Grafen von Wertheim wurde der Breuberg, zusammen mit dem Ende des 14. Jhds. gegründeten Städtchen Neustadt, Zentrum der Herrschaft Breuberg und zeitweilige Residenz einer Seitenlinie der Wertheimer. Umfangreiche Baumaßnahmen des 15. und 16. Jahrhunderts prägen bis heute die Baugestalt der Anlage, die im späten 14. Jhdt. um eine Vorburg erweitert wurde. Um und nach 1500 entstanden die westlich der Vorburg liegenden Wehrbauten und die Geschütztürme.

Volkstümlich wurde die Sage vom Breuberger "Breilecker", die sich mit dem neben dem Burgtor eingemauerten Neidkopf verbindet: Während einer Belagerung habe die Burgbesatzung durch ein demonstratives "Breiessen" die Angreifer über die vorhandenen Vorräte solange getäuscht, bis diese die Belagerung aufgaben.

Highlights: Rittersaal mit Stuckdecke (ca. 1613 - 1620) und der 85 m tiefe Brunnen
Informationen für Besucher
Geografische Lage (GPS)
WGS84: 49°49'13.3"N 9°02'24.3"E
Höhe: 308 m ü. NN
Topografische Karte/n
Burg Breuberg auf der Karte von OpenTopoMap
Kontaktdaten
Stadtverwaltung Breuberg

Ernst-Ludwig-Straße 2-4
64747 Breuberg

Tel 06163/709-16
Fax 06163/709-55
burgfuehrung[at]breuberg.de

Offizielle Homepage der Burg Breuberg
Warnhinweise / Besondere Hinweise zur Besichtigung
k.A.
Anfahrt mit dem PKW
B45 Abfahrt Höchst über die B426 nach Breuberg.
Parkplätze an der Burg.
Anfahrt mit Bus oder Bahn
-
Wanderung zur Burg
-
Öffnungszeiten
Öffnungszeiten und Führungen der Burg Breuberg
Eintrittspreise
Kinder 3,00 €
Erwachsene 5,00 €
Familien 12,00 € (2 Erwachsene mit Kinder)
Einschränkungen beim Fotografieren und Filmen
Keine Einschränkungen.
Gastronomie auf der Burg
Offizielle Homepage der Jugendherberge Burgschänke
Öffentlicher Rastplatz
keiner
Übernachtungsmöglichkeit auf der Burg
Offizielle Homepage der Jugendherberge Burg Breuberg
Zusatzinformation für Familien mit Kindern
k.A.
Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer
teilweise barrierefrei
Bilder
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Grundriss
Grundriss
Quelle: Krahe, Friedrich-Wilhelm - Burgen des deutschen Mittelalters | Augsburg 1994 (modifiziert von Walter Schmunk)
Historie
Um 1160 Abt Marquard I. von Fulda läßt auf dem Breuberg im Mümlingtal eine Vogteiburg errichten, um den Fuldaer Besitz im Odenwald besser behaupten zu können. Als Burgvögte werden die Herrn von Lützelbach eingesetzt. Bis 1806 besitzt Fulda die Oberlehensherrschaft über den Breuberg.

1220 Konrad Reiz von Lützelbach nennt sich erstmals von Breuberg

1323 Eberhard III. von Breuberg stirbt, mit ihm und seinem im gleichen Zeitraum verstorbenen Onkel Arrois erlischt das Geschlecht. Über deren Töchter gelangt die Herrschaft Breuberg an die Grafen von Wertheim, von Eppstein, von Trimberg und von Weinsberg. Durch Vererbung, Verpfändung, Burgenöffnungen und Wiedereinlösung während des 14. und 15. Jhds bildeten sich wechselnde Ganerbengemeinschaften im Breuberger Besitz aus, wobei jedoch die Grafen von Wertheim letztlich mit Erfolg versuchten hier ein eigenes, neues Machtzentrum für sich zu gewinnen.

1378 Graf Johann I. v. Wertheim gründet Neustadt unterhalb des Breubergs.

1398 Durch ein "Statut" Graf Johanns I. wird der Breuberg zum Sitz einer zweiten, regierenden Linie des Hauses Wertheim.

1407 Graf Michael I. von Wertheim-Breuberg tritt (bis 1418 unter Vormundschaft) die Herrschaft an.

1497 Graf Michael II. wird Alleinherr von Burg und Herrschaft Breuberg.

1505 Beginn der Erweiterung der Festungsanlagen mit Geschütztürmen und dem Westabschnitt der Burg ("Schütt").

1509 Mit dem Aussterben der älteren, Wertheimer Linie übernimmt Graf Michael II. die Gesamtherrschaft, der Breuberg entwickelt sich zur fürstlichen Residenz.

1524 Einführung der Reformation durch Graf Georg II., in der Breuberger Burgkapelle wird lutherisch gepredigt.

1528 "Wertheimer Zeughaus", frühe Renaissancearchitektur

1556 Mit Graf Michael III. sterben die Grafen von Wertheim aus. Die Herrschaft Breuberg fällt an die Grafen von Erbach und von Stolberg-Königstein.

1598 Graf Ludwig von Löwenstein übernimmt den Stolberg-Königsteinischen Anteil an Breuberg. Erbach und Löwenstein bilden ein Kondominium in der "Gemeinherrschaft Breuberg"

1613 Errichtung des "Johann Casimir-Baus", genannt nach dem Grafen J. C. von Erbach, bis 1620 entsteht im Rittersaal die Stuckdecke mit der Ahnenprobe des Erbauers und einem reichen, mythologischen Bildprogramm.

1634 Graf Gottfried v. Erbach schwedischer Kommandant des Breuberg. Im Dreißigjährigen Krieg wechselt die Vorherrschaft der beiden Breuberger Besitzer je nach "Kriegsglück", die Erbacher sind evangelisch und stehen auf Seiten der Schweden, die Löwensteiner sind katholisch und kaiserlich gesinnt.

1635 Graf Ferdinand Carl v. Löwenstein kaiserlicher Befehlshaber der Burg

1627 Vergebliche Belagerung des Breubergs durch die Schweden

1644 Erneute Besetzung des Breubergs durch Erbacher Truppen

1648 Im Westfälischen Frieden werden den Beiden Häusern Erbach und Löwenstein ihre Rechte am Breuberg bestätigt.

1743 Kurzfristige Besetzung des Breubergs durch französische Truppen im "Österreichischen Erbfolgekrieg"

1780 Überlegungen zum Abbruch der Burg als Steinbruch, Leerstehende Gebäude werden teilweise abgerissen.

1806 Die Herrschaft Breuberg kommt an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt

1919 Erste hessische Jugendherberge in der Burg

1942 Verkauf der Burg an den "Reichsverband für deutsche Jugendherbergen", In der Burg wird ein Lager für russische Zwangsarbeiter eingerichtet. Die Kapelle wird als Küche profaniert.

1948 Übereignung der Burg an das Land Hessen.
Quelle: Zusammenfassung der unter Literatur angegebenen Dokumente.
Literatur
  • Knappe, Rudolf - Mittelalterliche Burgen, Burgruinen und Burgstätten in Hessen | Gudensberg, 2000 | Seite 546
  • Tillmann, Curt - Lexikon der deutschen Burgen und Schlösser. Band 1: Aach bis Marzoll | Stuttgart, 1958 | Seite 118
  • Steinmetz, Thomas - Burgen im Odenwald | Brensbach, 1998
  • Wackerfuß, Winfried (Hrsg.) - Burg Breuberg im Odenwald |Breuberg, 1996
Webseiten mit weiterführenden Informationen
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